Auftraggeber: Stadt Weißenhorn
Projektgebiet: Westlich von Unteregg, Landkreis Neu-Ulm

 

 lars consult ausgleichsflaechenkonzept weissenhorn massnahmenplan

 

 Abb.: Ausschnitte aus dem Maßnahmenplan

 

 

Projektbeschreibung

lars consult ausgleichsflaechenkonzept weissenhorn uebersichtsplanDie Stadt Weißenhorn plant kurz- bis mittelfristig die Ausweisung weiterer Baugebiete und muss im Zuge der Erstellung der jeweiligen Bebauungspläne Ausgleichsflächen nachweisen. Nachdem die Bebauungspläne häufig unter einem gewissen Zeitdruck zu erstellen sind, beabsichtigt die Stadt im Voraus bereits die Herstellung geeigneter Ausgleichsflächen vorzunehmen bzw. zumindest bereits mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmte Ausgleichsflächenplanungen vorlegen zu können.

Aus diesem Grund wurde das Büro LARS consult im November 2017 beauftragt eine abgestimmte Ausgleichsflächenkonzeption zu erarbeiten. Ziel dieser Planung ist es, die mit den zukünftigen Ausweisungen der Bauflächen voraussichtlich entstehenden Eingriffe in Natur und Landschaft sowohl im Hinblick auf die Erfordernisse der bauleitplanerischen Ausgleichsverpflichtungen als auch hinsichtlich der artenschutzrechtlichen Belange hinreichend auszugleichen.  

 

Sämtliche Untersuchungsflächen wurden zunächst hinsichtlich Ihrer Bestandssituation kartiert. Anschließend wurden unter Einbeziehung der ökologischen Gesamtsituation der umliegenden Flächen (z. B. Abstände zu Verkehrs-, Siedlungs- und Gehölzflächen, räumliche Nähe zu ökologisch höherwertigen Flächen etc.) sowie unter Berücksichtigung von artenschutzrechtlichen Belangen unterschiedliche ökologische Zielvorgaben für die einzelnen Flächen formuliert und ein entsprechendes Maßnahmenkonzept abgeleitet. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden in entsprechenden Plänen dargestellt und erläutert.  

 

Ziel des Ausgleichsflächenkonzeptes ist die Schaffung eines größerflächigen Verbundsystems von feuchten Offenlandflächen inklusive der Umgestaltung des begradigten Osterbaches. Vor allem wiesenbrütende Vogelarten, Amphibien und Insekten (besonders Libellen) werden von dem Konzept profitieren. Durch die Verbesserung der Gewässermorphologie gewinnt das Gewässer  Natürlichkeit zurück. Die dabei entstehenden Retentionsräume dienen zugleich dem Hochwasserschutz.

 

 


Wesentliche Bestandteile der Maßnahmenplanung sind:

 

  • Aktive Umgestaltung des Bachverlaufs des Osterbaches durch wechselnd flach und steil angelegte Ufer sowie die Schaffung von Altwasserarmen
  • Entwicklung von feuchten Hochstauden und Schilfbeständen entlang des Bachlaufes
  • Anlage von Gewässermulden (ephemeren Kleingewässern) mit möglichst variabel verlaufender Uferlinie, so dass die Laichentwicklung der Amphibien auch in trockenen Jahren möglich ist
  • Anpflanzung von heimischen Strauchgehölzen mit einem hohen Anteil dornen- und beerentragender Gehölze in unmittelbarer Umgebung von bereits vorhandenen Gehölzen
  • Extensivierung der Grünlandflächen durch Einstellung der Düngung, eine Aushagerung (Nähstoffentzug) zu Beginn der Maßnahme mit anschließender zweischüriger Mahd
  • Anlegen von Streuobstbeständen zur Förderung der Bienen durch die Pflanzung von regionalen Obstbaumsorten

 

Ein ausdrücklicher Wunsch der Stadt ist es, der Bevölkerung Zugang zu den geplanten Maßnahmen zu verschaffen. Aus diesem Grund sollen in Form von Informationstafeln bzw. eines Infopfades die Besonderheiten des Ausgleichsflächenkonzeptes (Flächenballung innerhalb des Bachtals, große Aufwertungsmöglichkeiten innerhalb eines Ökosystems) den Bürgern nähergebracht werden. Eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des Umweltbildungsgedankens und der öffentlichen Wahrnehmung der Ausgleichsflächen besteht zum Beispiel in der Pflege und Ernte der geplanten Obstbäume im Zuge von Baumpatenschaften mit Schulen oder Vereinen oder im Zuge einer öffentlichen Veranstaltung („Obst-Fest“).

Insgesamt soll dem Ausgleichsflächenkonzept eine Gesamtfläche von ca. 7,59 ha zugeordnet werden. Die Flächen, die noch nicht für konkrete Bebauungspläne umzusetzen sind, werden künftig als Ökokonto der Stadt geführt und der konkrete Ausgleichsflächenbedarf bei jeweiligen Vorhaben in der Bauleitplanung abgebucht.

 

 

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