Ausloberin: Stadt Ulm
Wettbewerbsart: Offener, zweistufiger städtebaulicher Wettbewerb
Projektgebiet: Hindenburgkaserne Ulm
Bearbeitungszeitraum: 2015 / 2016

 

Wettbewerbsaufgabe

Das Stationierungskonzept der Bundeswehr sieht eine Reihe von Standortschließungen und Standortverkleinerungen vor. Auch die Hindenburgkaserne auf dem Eselsberg in Ulm ist davon betroffen. Die militärische Nutzung ist entfallen und das Areal kann einer zivilen Nutzung zugeführt werden. Es ist erklärtes Ziel der Stadt, zügig eine zweckmäßige und attraktive  Nachfolgenutzung zu entwickeln und umzusetzen. Für Ulm besteht eine mittel- bis langfristig sehr hohe Wohnungsnachfrage, die insbesondere im preisgünstigen Segment derzeit nicht zu befriedigen ist. Aufgrund der Bevölkerungsprognose für Ulm ist auch noch für die nächsten zehn Jahre mit einem erhöhten Bedarf an Wohnungen zu rechnen. Am Eselsberg ist, aufgrund der räumlichen Nähe zur  Wissenschaftsstadt, darüber hinaus ein erhöhter Bedarf an Arbeitsstätten zu decken.

 

Für das Wettbewerbsgebiet wird ein qualitätsvolles städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept gesucht. Themen wie Maßstäblichkeit und Flexibilität der Baustrukturen, die Möglichkeit zur  kleinteiligen Entwicklung und Parzellierung sowie die Nachhaltigkeit der Entwicklung sollen hierbei ebenso im Vordergrund stehen wie Urbanität, zeitgemäße Wohnformen, Nutzungsmischung und die identitätsstiftende Qualität der öffentlichen Räume.

 

 

 

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Leitidee

Die städtebauliche Leitidee entwickelt sich aus der strengen Zeilenbebauung am unteren Eselsberg. Dieser Bestand mit dem die Gebäude frei durchfließenden Grünraum wird im Entwurf neu übersetzt: zur Quartiersbildung wird das lineare Grundraster gebrochen und eine Zonierung in Straßenräume und Innenräume geschaffen.

 

Die klassische Zeile als robustes städtebauliches Element wird in Bewegung gebracht und raumbildend eingesetzt. Es entstehen in ihrer Linearität gebrochene Straßenräume mit quartiersbezogenen Plätzen. Der hochwertige, öffentliche Grünzug setzt sich in den Innenbereichen fort, die eine weitere Abstufung in private und halbprivate Grünflächen erlauben. Die Zeile bleibt als Typologie für vielfältige und wirtschaftliche Bauweise erhalten, erfährt aber eine neue städtebauliche Qualität - ZeilenUmbruch.