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Projektbeschreibung

Bereits im letzten Jahrhundert wurden mehrfach Versuche gestartet, den historischen Hildegardplatz neu zu gestalten.
Dies scheiterte in der Regel am Widerstand der Bürger. 2008 startete die Stadt Kempten einen neuen Anlauf zur Umgestaltung des Hildegardplatzes. Dieses Mal sollte der Bürger von Anfang an eine maßgebliche Rolle bei der Gestaltung des Hildegardplatzes spielen. Die Bauverwaltung entwickelte einen differenzierten Aktionsplan, wie die Bürgerschaft und deren unterschiedlichsten Interessensgruppen aktiv in den Planungsprozess eingebunden werden können.

Dabei wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass:

  • dieser Prozess lange vor einer möglichen Realisierung des Projektes begonnen wird,
    um die Bürger bereits bei der Bewertung und Analyse der Ist-Situation einzubeziehen,
  • alle Gruppierungen in der Stadt einbezogen werden (von den direkt betroffenen Anliegern, über die Geschäftsleute,
    Marktstandbesitzer bis hin zu den sonstigen Besuchern und Gästen),
  • der Prozess nicht nur ein Informationsprozess wird, sondern dass die Bürger tatsächlich aktiv ihre Vorstellungen,
    ihre Kritik, ihre Wünsche einbringen können,
  • der Prozess nicht nur über einen kurzen Zeitraum durchgeführt wird, sondern dass er von Anfang an
    über die Planungs- und Bauphase hinweg bis nach der Fertigstellung andauert,
  • die Bürgermeinung nicht nur zur Gestaltung gehört wird, sondern zu allen Fragen, von der Einschätzung der historischen Bedeutung
    bis hin zu den Funktionsabläufen, verkehrstechnischen Fragen und der Materialverwendung.

 

Komplexe Aufgabenstellung

Wie verwandle ich ein historisch, barockes Platzgefüge mit einer dominaten Basilika in der Mitte, von einem heute großen, stark beanspruchten Parkplatz zu einem Platz, der sowohl der städtebaulich-historischen Ausgangslage als auch den heutigen vielseitigen Ansprüchen einer modernen Gesellschaft mit all ihren Gruppierungen gerecht wird?

 

Ergebnisse des Bürgermitwirkungsprozesses

  • Die Vorstellungen der Bürger fanden einen breiten Niederschlag in den Ergebnissen der Planung und Umsetzung
  • Das Aktionsprogramm zur interaktiven Mitwirkung der Bürger wurde von einer sehr großen Anzahl von Bürgern wahrgenommen und genutzt
  • Die Vorgehensweise erhielt eine äußerst positive Resonanz, sie stärkte das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung und die politischen Entscheidungsträger. Sie führte zu einer großen Zufriedenheit in der Bürgerschaft.
  • Das große Ziel der Realisierung einer Tiefgarage konnte aufgrund der Ablehnung durch die Bürger nicht verwirklicht werden
  • Die Zielsetzungen der städtebaulichen Umgestaltung wurden erreicht und durch eine Vielzahl von konstruktiven Beiträgen der Bürger weiter optimiert und qualifiziert
  • Grundstimmung bei den Bürgern: „Das ist unser Platz!“

 

Hier können Sie den Wettbewerbsbeitrag betrachten (PDF, 16MB)