Auftraggeber: Stadt Kempten
Projektgebiet: Historischer Hildegardplatz
Bearbeitungs-/Realisierungszeitraum: 2008 - 2014
Beteiligte Planer: LARS consult GmbH, Architekt Prof. Werner Girsberger, Architekt Dipl.-Ing. Peter Zwerch

 

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Planerische Zielsetzungen

Wirtschaftliche Stärkung der nördlichen Innenstadt durch eine deutliche Attraktivierung der 3 Plätze und die damit verbundene Aufwertung des gesamten städtischen Umfelds, dadurch gleichzeitig Hervorhebung des besonderen Stadtcharakters der „historischen Doppelstadt" und insbesondere auch Entgegenwirken einer drohenden einseitigen Verlagerung des Stadtlebens - vor allem auch des Geschäftslebens - nach Süden.

 

Historische Ausgangslage

  • Gründung zur Römerzeit ums Jahr 0
  • Lange Zeit Doppelstadt aus evangelischer Reichsstadt und einer von  einem Fürstabt regierten katholischen Stiftsstadt
  • „Eine Stadt“ seit der Säkularisation - städtebauliche Konsequenz:  eine Diagonale von Plätzen, vom Sankt-Mang-Platz zum Rathausplatz  in der Reichsstadt bis hin zum Residenzplatz an der Residenz, über den Hildegardplatz an der Stiftskirche bis zum großen und kleinen Kornhausplatz

 

Besondere Ist-Situation

  • historisches Platzgefüge mit barockem Rahmen - die Basilika auf  grünem Hügel als städtebaulich dominantes Gebäude mit besonderem Blickbezug
  • starker Durchgangsverkehr, starke Parkplatznutzung, Wochenmärkte
  • intensive Fußgängerfrequentierung auf Grund mehrerer Veranstaltungsräume im Nahbereich (Kirche, Residenz, Stiftskeller, Kornhaus)
  • Geschäftslagen in den platzbegrenzenden Gebäuden. 

 

Strategien

  • Ausbau der 3 Plätze als attraktive multifunktionale, barrierefreie und kindertaugliche Stadtplätze
  • Herausarbeiten der Individualität der Teilräume bei gleichzeitiger Verdeutlichung der städtebaulichen und funktionalen Zusammenhänge der 3 Plätze
  • Entlastung der Plätze vom Durchgangsverkehr
  • Sicherstellung des ÖPNV und Erreichbarkeit für den Individualverkehr
  • Ausreichende Parkplatzangebote in zumutbarer Entfernung

 

Realisierung/Bürgermitwirkung

  • Arbeitskreise, Einzelgespräche, Versammlungen, Diskussionsabende, Ortsbegehungen, „Markt der Meinungen", Kummerkasten, offene Planungswerkstatt, Bürgerdialog, Disney-Modell, „Jetzt red i", Ratsbegehren, Bürgerentscheid, Medienbegleitung, Internetauftritt, laufende Baustelleninformation

 

Gestaltung/Durchführung

  • differenzierte Aufnahme und Kartierung archäologischer Funde mit Kennzeichnung des historischen Schlangenbaches in den neuen Belägen, Bürger- und Gästeinformation mit Schautafeln zur Historie
  • großzügige Platzfläche zur multifunktionalen Nutzung
  • durchgehend homogene Materialverwendung über Platz - Straße - Stellplätze und Gehwege, neuer Marktbrunnen / Künstlerwettbewerb
  • Straßenführung und besondere Baumstellung zur Betonung der barocken Anlage, maximale Barrierefreiheit durch Einbeziehung und Berücksichtigung der Geh- und Sehbehinderten
  • attraktive, aber angepasste Sitzmöglichkeiten am dominanten grünen Kirchenhügel und Stellplätze nur unmittelbar im Nahbereich der Geschäfte