Auftraggeber:Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung Oberbayern, Landkreis Unterallgäu, Diözese Augsburg
Herausgeber: Verein„Soziale Gemeinden im Unterallgäu e.V., Vorsitzender Hans Mayer
Projektgebiete: Studie für den Landkreis Unterallgäu in den beteiligten Gemeinden Bad Wörishofen, Markt Wald, Ettringen, Ottobeuren, Böhen, Hawangen, Westerheim und Egg an der Günz sowie den Pfarreien Immelstetten, Markt Wald, Siebnach, Ettringen, Kirchdorf, St. Ulrich, Stockheim, Schlingen, Bad Wörishofen, Dorschhausen, Engishausen, Egg a.d. Günz, Günz, Westerheim, Hawangen, Ottobeuren, Böhen und Ollarzried
Bearbeitungs- / Realisierungszeitraum: 2010 - 2014

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 Die beteiligten Gemeinden

 Die beteiligten Pfarreien

 

Projektbeschreibung

Das Modellprojekt „Netzwerk Kommune – Kirche – Gesellschaft“ beschäftigt sich mit dem Kooperationsgefüge zwischen Kirchen, Kommunen und ländlicher Gesellschaft. Dazu hat es außer einigen Aufsätzen und Vorträgen in den letzten Jahren kaum wissenschaftliche Untersuchungen gegeben. Dieses Defizit kann als Indiz dafür gelten, dass der Beitrag der Landpastoral für die ländliche Entwicklung im wissenschaftlichen Denken kaum beachtet wird. Wenn aber davon auszugehen ist, was von vielen Kommunalpolitiker/-innen bestätigt wird, dass die Kirchen auf dem Land einen großen Beitrag zur psychosozialen und sozio-strukturellen Stabilität im Dorf leisten, so muss gefragt werden, wie diese Bedeutung der Kirche im Dorf unter veränderten Bedingungen und in veränderter Gestalt weiter erhalten werden kann.

Die Projektstudie will aufzeigen, welche spezielle Rolle die Kirchen heute, aber auch in Zukunft, in Gesamtgefüge - bürgerschaftliches Engagement und „soziale Gemeinde“ – einnimmt. Zum anderen wurde den Fragen nachgegangen: wie werden sich die abnehmende Präsenz der Kirchen im ländlichen Raum zusammen mit den Veränderungen in den Kommunen auf die Dörfer und Dorfgemeinschaften und deren Träger - die Menschen - auswirken? Was kann und muss auf den verschiedenen Ebenen getan werden, um das spezifische, kirchlich-soziale-bürgerschaftliche Engagement in den Kirchen zusammen mit den Kommunen zu erhalten und weiter zu entwickeln?

Die Wohn- und Lebensqualitäten auf dem Lande werden vom Funktionieren des Netzwerkes dieser Beteiligten nicht nur abhängen, sondern bestimmt werden. Da die „Ländliche Entwicklung“ in Bayern äußerst stark mit ihren Instrumentarien zur Land- und Dorfentwicklung engagiert ist, ist es für sie äußerst wichtig das heutige-, aber vor allem das morgen zu erwartende Beziehungsgeflecht zwischen den Kommunen und den Kirchen zu kennen, um ihre Instrumente erfolgreich und effizient für eine soziale Gemeinde einsetzen zu können. Darum finanziert sie dieses Projekt maßgeblich zu 50 % mit und aus diesem Grund werden die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Projektprozess für die Ländliche Entwicklung gesondert aufgearbeitet.

Mit dem vorliegenden Projekt wurde der Versuch unternommen, gemeinsam mit den betroffenen und engagierten Bürgern in vielen gemeinsamen Sitzungen und Gesprächen vor Ort, der Frage nachzugehen, wo die Probleme in den genannten Fragestellungen liegen und wie sie gemeinsam gelöst werden könnten. Das Ergebnis stellt keine wissenschaftliche Studie im herkömmlichen Sinne dar, die auf alle gestellten Fragen eine Antwort geben kann, sondern es wurde versucht, im Dialog mit den Menschen mehr Licht in die Zusammenhänge von Kommune – Kirche – Gesellschaft in Bezug auf eine soziale Dorfgemeinschaft zu bringen. Sicherlich nur ein Teilaspekt in einem komplex vernetzten Gesamtgefüge, aber wie sich gezeigt hat, ein wichtiger zentraler Punkt für das Dorf von morgen.

 

Leistungsumfang

Das gesamt Projekt fußt auf einem enorm breiten Bürgermitwirkungsprozess. Bereits zu Beginn wurden Untersuchungsräume festgelegt, in denen Kommunen und kirchliche Gemeinden in unterschiedlicher Zusammensetzung vertreten waren. So gab es Untersuchungsräume, in denen die kirchlichen Umstrukturierungsprozesse bereits teilweise umgesetzt waren und andere, in denen die Gemeinden deckungsgleich mit der Pfarrei war bzw. mit mehreren Pfarreien in einer Gemeinde. In diesen Untersuchungsräumen wurden Basisgruppen gegründet, in denen die Akteure vor Ort in einem breiten Diskussionsprozess direkt in die Projektbearbeitung integriert wurden. Bei der Zusammensetzung wurde darauf geachtet, dass jeweils die Kirchen, die Kommune sowie lokal bedeutsame soziale Verbände bzw. Organisationen vertreten waren (Bürgermeister, Pfarrer, Gemeinderäte, Pfarrgemeinderäte, Vertreter von Vereinen/Verbänden etc.). Auf dieser lokalen Ebene wurden wesentliche inhaltliche Grundlagen des Projektes erarbeitet und Erkenntnisse rückgekoppelt. Insgesamt wurden zwischen Februar 2011 und Oktober 2012 28 Treffen und 2 ganztägige Workshops durchgeführt.

 

 
Im Rahmen des theoretisch-konzeptionellen Teils dieser Arbeit wurden grundlegende Daten erhoben. Dazu wurden vorhandene Unterlagen ausgewertet (z.B. Statistische Daten, Literatur zum Thema, Dorfanalyse Westerheim etc.) und mit einer Checkliste sowie einer Fragebogenaktion eigene Daten erhoben. Parallel dazu fanden diverse Treffen des Lenkungsgremiums, Expertengespräche, Runde Tisch und Exkursionen statt, die immer wieder zu einer Rückkopplung zwischen Projektbeteiligten, Auftragnehmern und Auftraggebern führten.