Auftraggeber: Wasserwirtschaftsamt Kempten
Projektgebiet:

 

 lars consult hochwasserschutzprojekt lbp massnahmenplan ausschnitt

 

 Abb.: Ausschnitt aus dem Landschaftspflegerischen Begleitplan - Maßnahmenplan

 

 

Projektbeschreibung

 

lars consult hochwasserschutzprojekt guenz uebersicht

Aufgrund des prognostizierten Klimawandels, für den Experten vorhersagen, dass extreme Hochwasserereignisse künftig noch häufiger auftreten werden, wird der nachhaltige Schutz vor Hochwasser zu einem immer bedeutenderen Standortfaktor. Deshalb wird angestrebt, den Hochwasserschutz konsequent auszubauen, um so vor allem die finanziellen Schäden durch Hochwässer zu minimieren. Um eine Entlastung für die Ortschaften entlang der Westlichen Günz zu gewährleisten, ist im Süden der Ortschaft Eldern, ca. 2 km südlich des Zentrums von Ottobeuren, ein Hochwasserdamm auf dem Gemeindegebiet des Marktes Ottobeuren geplant. Dieses gesamte Vorhaben zum „Hochwasserschutzprojekt Günz – Hochwasserrückhaltebecken Eldern“ umfasst

  • den Bau des Hochwasserdammes in der Günzaue (ca. 8 m hoher, 750 m langer und ca. 60 m breiter Hochwasserdamm in Ost-West-Richtung südlich der Ortschaft Eldern, mit einer Fläche von ca. 4,5 ha )
  • die damit notwendige Verlegung der St 2011 über den Damm (Verlegung nach Osten auf einer Länge von ca. 1,5 km, zukünftige Dammlage 4 m höher)
  • die Verlegung des Boschachbaches, der durch den Damm und die St 2011 neu überbaut wird und damit teilweise trocken fällt, in westliche Richtung in die Westliche Günz
  • den Abbau von Erdbaustoffen (Kies, bindiges Material) im Umfeld für den Bau des Hochwasserdamm (auf einer Fläche von knapp 12 ha)
  • Die Sanierung von Altlasten im Untergrund des geplanten Dammes sowie der künftigen Einstauflächen (Altdeponie des Marktes Ottobeuren im Untergrund, Maßnahme Dritter)
  • Der Umbau der Fischzucht ca. 850 m südlich des geplanten Dammes an der Westlichen Günz, Anpassung an die künftigen neuen Einstaugegebenheiten (Hochwasserschutz und Teilverlegung Fischzucht, Maßnahme Dritter).


Die Realisierung des Vorhabens erstreckt sich über eine Gesamtfläche von insgesamt 29,92 ha. Dauerhaft werden durch den Hochwasserdamm und die neue St 2011 ca. 5,8 ha in Anspruch genommen.

 

Ziel der Planung ist es, im Einstaubereich des künftigen Dammes großflächig naturschutzfachlich hochwertige Bereiche (auch Ausgleichsflächen) anzulegen, die sich durch den gelegentlichen Einstau der Flächen sowie durch den hohen Grundwasserstand optimal zu selten gewordenen Feuchtflächen, vor allem Auwaldflächen, entwickeln sollen. Insgesamt sieht das Projekt die Anlage von Ausgleichsflächen in einem Flächenumfang von mindestens 2,5 ha vor.

 

 

Leistungsumfang

Erstellung folgender Planunterlagen für das Planfeststellungsverfahren:

 

  • Kartierung nach Bayerischer Kompensationsverordnung, Kartierung von Biber, Wasseramsel und Höhlenbäumen
  • Erstellung der Umweltverträglichkeitsstudie (Text und Themenkarten)
  • Erstellung des landschaftspflegerischen Begleitplanes (Text, Bestands- und Konfliktplan, Maßnahmenplan, tabellarische Gegenüberstellung, Maßnahmenblätter)
  • Erstellung der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung

 

 

lars consult hochwasserschutzprojekt uvs themenkarte tiere und pflanzen ausschnitt

 
Abb.: Ausschnitt aus der Umweltverträglichkeitsstudie - Themenkarte 6: Tiere und Pflanzen - Bestand und Bewertung

 

 

Besonderheiten der Planung

Für das geplante Projekt sind drei verschiedene Eingriffsarten zu betrachten, die laut Bayerischer Kompensationsverordnung (BayKompV, 2014) auch separat in Wertpunkten bilanziert werden müssen. Um die gesetztlich vorgeschriebene separate Bilanzierung zu erreichen, musste eine saubere Trennung der drei Eingriffe während des gesamten Planungsprozesses gewährleistet werden, was vor allem in der Eingriffsermittlung eine besondere Erschwernis mit sich brachte, da die neue Trasse über den Hochwasserdamm geführt wird.

 

Bei den betrachteten Eingriffen handelt es sich um:

 

  • den Bau des Hochwasserdammes (eigene Vollzugshinweise „Hochwasserschutz“ in der BayKompV 2014, und damit eigene Bilanzierungsweise)
  • die Verlegung der St 2011 (Vollzugshinweise „Straßenbau“ laut BayKompV 2014, eigene Bilanzierungsweise)
  • den Materialabbau von Erdbaustoffen für den Dammbau (noch keine eigenen Vollzugshinweise lt. BayKompV 2014, jedoch gesonderte Eingriffs- und Ausgleichsbetrachtung, da ein Leitfaden zur Anwendung der BayKompV für Kiesabbau in Erarbeitung ist. Jedweder Eingriff sowie der zugehörige Ausgleich (Rekultivierung / Renaturierung) wird daher nachbilanziert, sobald der entsprechende Leitfaden zur Anwendung der BayKompV für den Kiesabbau verfügbar ist)

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