Auftraggeber: Staatliches Bauamt Krumbach
Projektgebiet: Landkreis Dillingen an der Donau
Bearbeitungs-/Realisierungszeitraum: seit 2008
 

Leistungsumfang

  • Monitoring der Fledermausleiteinrichtungen mittels Batdetektor, Dauererfassung  mit Batcorder, Überwachung der Flugbewegungen mit Infrarotkamera
  • Erfassung folgender Tiergruppen: Fledermäuse, Biber, Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Bachmuschel
  • Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Erarbeitung des Landschaftspflegerischen Begleitplans, sowie der dazugehörigen Bestands-, Konflikt- sowie Maßnahmenpläne; Erarbeitung der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen (u.a. CEF-Maßnahmen, Ausgleichsflächengestaltung)
  • Erstellen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung
  • Erstellung einer FFH-Verträglichkeitsstudie für das FFH-Gebiet 7328-304 „Egau“

 

 

Projektbeschreibung

Infolge des zunehmenden Straßenverkehrs und der regelmäßig auftretenden Staubildung in den Ortsdurchfahrten der B16 beabsichtigte das Straßenbauamt Krumbach eine Entlastung des Durchfahrtverkehrs der Stadt Dillingen an der Donau. Die dafür vorgesehene Ortsumfahrung verläuft nördlich um Dillingen und wurde 2009 planfestgestellt.


Teil der Genehmigungsunterlagen war eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP), die auf den Ergebnissen diverser faunistischer Kartierungen basierte. Dabei wurde die besondere faunistische Bedeutung der Egau im Bereich der Trassenquerung festgestellt. Insbesondere Fledermäuse nutzen hier das Gewässer intensiv als Nahrungshabitat und Wanderkorridor. Zur Vermeidung eines erhöhten Kollisionsrisikos wurden deshalb in der saP diverse Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen, insbesondere Vorgaben zur baulichen Gestaltung des Brückenbauwerks festgelegt. Neben Angaben zur lichten Höhe gehören dazu beidseitig drei Meter hohe Federmausirritationswände und ein oberhalb der Wände abgewinkeltes, ca. 1 m hohes Drahtgeflecht als Überflughilfe. Ergänzend wurden die anschließenden Straßendämme mit Gehölzen bepflanzt.
Zur Kontrolle der Funktionsfähigkeit wurde ein Monitoring beauftragt. In Abhängigkeit der Ergebnisse sind ggf. ergänzende Maßnahmen zu ergreifen. Das Monitoring verläuft in drei Phasen:

 

(1) Vor der Brückenbaumaßnahme wurde 2012 die Raumnutzung der Fledermäuse im Querungsbereich mit  Detektorbegehungen und Batcorder-Dauererfassungen untersucht.


(2) Nach Abschluss der Brückenbauarbeiten wurde 2015 unter Einsatz von Infrarotkameras in Kombination mit Detektorbegehungen und Batcorder-Dauererfassungen die Funktion der Leiteinrichtungen vor Inbetriebnahme der Straße aufgenommen.


(3) Eine letzte  Erfassungsperiode wird in den kommenden Jahren die Funktion der Maßnahmen nach Inbetriebnahme der Straße überprüfen.

 

 

Die Ergebnisse des Monitorings mittels Infrarotkamera im Jahr 2015: 

Während Myotis-Arten (z.B. Wasserfledermaus) nahezu ausschließlich das Brückenbauwerk unterfliegen, wurden Arten der Gattungen Eptesicus (z.B. Breitflügelfledermaus) und Nyctalus (z.B. Abendsegler) vorwiegend beim Überfliegen beobachtet. Bei den Tieren der Gattung Pipistrellus (z.B. Zwergfledermaus) ist sowohl ein Unter- als auch ein Überfliegen der Brücke kartiert worden. Es konnte an den Irritationswänden ein aktives Aufsteigen der Fledermäuse und dadurch erhöhtes Überfliegen der Brücke mit Hilfe der Videoüberwachung nachgewiesen werden. Auffällig war zudem ein massives Überfliegen der Brücke in zwei Nächten Ende September, welches die angenommene Funktion des Gewässers als Wander-/Zugkorridor bestätigt hat. Das Monitoring 2015 hat nachgewiesen, dass die Fledermausleiteinrichtungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ihre Funktion erfüllen. Aufgrund der positiven Ergebnisse konnte die Straße wie geplant am 14.09.2015 eröffnet werden.